Schubert, Franz (1797-1828)
    An die Leier


Of Atreus' sons,
And of Cadmus I wish to sing!
But my strings sound out
only love in their tones.

I have changed the strings,
and I would even switch lyres!
Alcides' victory march
should roar forth in its might!

Yet even these new strings sound out
only love in their tones!

So be well, then, heroes!
For my strings will sound out,
instead of suspenseful, heroic song,
only love in their tones.

Ich will von Atreus' Söhnen,
Von Kadmus will ich singen!
Doch meine Saiten tönen
Nur Liebe im Erklingen.

Ich tauschte um die Saiten,
Die Leier möcht ich tauschen!
Alcidens Siegesschreiten
Sollt ihrer Macht entrauschen!

Doch auch die Saiten tönen
Nur Liebe im Erklingen!

So lebt denn wohl, Heroen!
Denn meine Saiten tönen
Statt Heldensang zu drohen,
Nur Liebe im Erklingen.

Suleika I


What does the motion mean?
Does the East wind bring glad tidings?
The refreshing movement of its wings
Chills the heart's deep wound.

It plays gently with the dust,
Chasing it into light clouds.
And drives the happy insect people
to the security of the vine-leaves.

It softly tempers the sun's incandescence,
and chills my hot cheeks,
As it flees it kisses the vines
which are prominent on the fields and hills

And its soft whispering brings me
A thousand greetings from my friend
Before these hills dim,
I will be greeted by a thousand kisses.

So as you go on your way
And serve friends and the saddened.
There where high walls glow,
I shall soon find my dearly beloved.

Oh, the true message of his heart,
Loves-breath, refreshing life
Comes only from his mouth,
Can be given to me only by his breath.

Was bedeutet die Bewegung?
Bringt der Ost mir frohe Kunde?
Seiner Schwingen frische Regung
Kühlt des Herzens tiefe Wunde.

Kosend spielt er mit dem Staube,
Jagt ihn auf in leichten Wölkchen,
Treibt zur sichern Rebenlaube
Der Insecten frohes Völkchen.

Lindert sanft der Sonne Glühen,
Kühlt auch mir die heißen Wangen,
Küßt die Reben noch im Fliehen,
Die auf Feld und Hügel prangen.

Und mir bringt sein leises Flüstern
Von dem Freunde tausend Grüße;
Eh noch diese Hügel düstern
Grüßen mich wohl tausend Küsse.

Und so kannst du weiter ziehen!
Diene Freunden und Betrübten.
Dort wo hohe Mauern glühen,
Find’ ich bald den Vielgeliebten.

Ach, die wahre Herzenskunde,
Liebeshauch, erfrischtes Leben
Wird mir nur aus seinem Munde,
Kann mir nur sein Atem geben.

Suleika II


Ah, your wings, so moist and lovely --
West wind, how those wings I envy --
You can bring my lover tidings --
How, so distant, now, I suffer --

How your wings in gentle movement-
In my breast awaken longings --
Flowers, meadows, hills and forests --
Stand beneath teardrops of your soft breath.

Yet your mild and balmy blowing
Cools my eyelids' painful aching --
Oh, for sorrow I would die --
When I could not hope to see his face.

Hurry, now to my beloved --
Speaking softly to his heart, (oh,)
Careful never to distress him --
Hiding from him all my torment.

Modestly and kindly tell him
That his love is my survival --
Such a joy his closeness brings me --
Fills my life with precious goodness...

Ach, um deine feuchten Schwingen,
West, wie sehr ich dich beneide:
Denn du kannst ihm Kunde bringen
Was ich in der Trennung leide!

Die Bewegung deiner Flügel
Weckt im Busen stilles Sehnen;
Blumen, Auen, Wald und Hügel
Stehn bei deinem Hauch in Tränen.

Doch dein mildes sanftes Wehen
Kühlt die wunden Augenlider;
Ach, für Leid müßt' ich vergehen,
Hofft' ich nicht zu sehn ihn wieder.

Eile denn zu meinem Lieben,
Spreche sanft zu seinem Herzen;
Doch vermeid' ihn zu betrüben
Und verbirg ihm meine Schmerzen. 

Sag' ihm, aber sag's bescheiden:
Seine Liebe sei mein Leben,
Freudiges Gefühl von beiden
Wird mir seine Nähe geben.

Der Tod und das Mädchen


The Maiden:
 "It's all over! alas, it's all over now!
 Go, savage man of bone!
 I am still young - go, devoted one!
 And do not molest me."

 "Give me your hand, you fair and tender form!
 I am a friend; I do not come to punish.
 Be of good cheer! I am not savage.
 You shall sleep gently in my arms."

Das Mädchen:
 Vorüber! ach, vorüber!
 Geh, wilder Knochenmann!
 Ich bin noch jung, geh Lieber!
 Und rühre mich nicht an.

Der Tod:
 Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
 Bin Freund, und komme nicht zu strafen.
 Sei gutes Muts! Ich bin nicht wild,
 Sollst sanft in meinen Armen schlafen!

Wandrers Nachtlied


Over all the peaks it is peaceful,
in all the treetops
you feel hardly a breath of wind;
the little birds are silent in the forest...
only wait – soon you will rest as well.

Über allen Gipfeln ist Ruh,
in allen Wipfeln
spürest du kaum einem Hauch;
die Vögelein schweigen im Walde,
warte nur, balde ruhest du auch!

Lachen und Weinen


Lachen und Weinen zu jeglicher Stunde
Ruht bei der Lieb auf so mancherlei Grunde.
Morgens lacht' ich vor Lust,
Und warum ich nun weine
Bei des Abendes Scheine,
Ist mir selb' nicht bewußt.

Weinen und Lachen zu jeglicher Stunde
Ruht bei der Lieb' auf so mancherlei Grunde.
Abends weint' ich vor Schmerz;
Und warum du erwachen
Kannst am Morgen mit Lachen,
Muß ich dich fragen, o Herz.

Laughter and tears at any hour
rest on Love in so many ways.
In the morning I laugh for joy,
and why I now weep
in the evening glow,
is something unknown to me.

Tears and laughter at any hour
rest on Love in so many ways.
In the evening I weep for sorrow;
and why you can awake
in the morning with laughter,
I must ask you, o my heart!

Translation copyright © by Emily Ezust,
from the LiederNet Archive --

Brahms, Johannes (1833-1897)
    Vier ernste Gesänge

For what happens to the sons of men also happens to animals; one thing befalls them: as one dies, so dies the other. Surely, they all have one breath; man has no advantage over animals, for all is vanity.  All go to one place: all are from the dust, and all return to dust. Who knows the spirit of the sons of men, which goes upward, and the spirit of the animal, which goes down to the earth? So I perceived that nothing is better than that a man should rejoice in his own works, for that is his heritage. For who can bring him to see what will happen after him? Ecclesiastes 3:19-22

Denn es gehet dem Menschen wie dem Vieh;
wie dies stirbt, so stirbt er auch;
und haben alle einerlei Odem;
und der Mensch hat nichts mehr denn das Vieh:
denn es ist alles eitel.Es fährt alles an einem Ort;
es ist alles von Staub gemacht,
und wird wieder zu Staub.
Wer weiß, ob der Geist des Menschen
aufwärts fahre,
und der Odem des Viehes unterwärts unter
die Erde fahre?
Darum sahe ich, daß nichts bessers ist,
denn daß der Mensch frählich sei in seiner Arbeit,
denn das ist sein Teil.
Denn wer will ihn dahin bringen,
daß er sehe, was nach ihm geschehen wird?

Then I returned and considered all the oppression that is done under the sun:
And look! The tears of the oppressed,
But they have no comforter—
On the side of their oppressors there is power,
But they have no comforter.

Therefore I praised the dead who were already dead,
More than the living who are still alive.
Yet, better than both is he who has never existed,
Who has not seen the evil work that is done under the sun. –Ecclesiastes 4:1-3

Ich wandte mich und sahe an
Alle, die Unrecht leiden unter der Sonne;
Und siehe, da waren Tränen derer,
Die Unrecht litten und hatten keinen Tröster;
Und die ihnen Unrecht täten, waren zu mächtig,
Daß sie keinen Träster haben konnten.

Da lobte ich die Toten,
Die schon gestorben waren
Mehr als die Lebendigen,
Die noch das Leben hatten;
Und der noch nicht ist, ist besser, als alle beide,
Und des Bösen nicht inne wird,
Das unter der Sonne geschieht.

O death, how bitter it is to remember you for someone peacefully living with his possessions, for someone with no worries and everything going well and who can still enjoy his food!

O death, your sentence is welcome to one in want, whose strength is failing, to one worn out with age and a thousand worries, resentful and impatient!—Ecclesiasticus 41:1-2 (Apocrypha)

O Tod, wie bitter bist du
O Tod, wie bitter bist du,
Wenn an dich gedenket ein Mensch,
Der gute Tage und genug hat
Und ohne Sorge lebet;
Und dem es wohl geht in allen Dingen
Und noch wohl essen mag!
O Tod, wie bitter bist du.

O Tod, wie wohl tust du dem Dürftigen,
Der da schwach und alt ist,
Der in allen Sorgen steckt,
Und nichts Bessers zu hoffen,
Noch zu erwarten hat!
O Tod, wie wohl tust du!

Though I speak with the tongues of men and of angels, but have not love, I have become sounding brass or a clanging cymbal.

And though I have the gift of prophecy, and understand all mysteries and all knowledge, and though I have all faith, so that I could remove mountains, but have not love, I am nothing.

And though I bestow all my goods to feed the poor, and though I give my body to be burned, but have not love, it profits me nothing.

For now we see in a mirror, dimly, but then face to face. Now I know in part, but then I shall know just as I also am known.

And now abide faith, hope, love, these three; but the greatest of these is love.

Wenn ich mit Menschen und mit Engelszungen redete,
Und hätte der Liebe nicht,
So wär' ich ein tönend Erz,
Oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte,
Und wüßte alle Geheimnisse
Und alle Erkenntnis,
Und hätte allen Glauben, also
Daß ich Berge versetzte,
Und hätte der Liebe nicht,
So wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe,
Und ließe meinen Leib brennen,
Und hätte der Liebe nicht,
So wäre mir's nichts nütze.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel
In einem dunkeln Worte;
Dann aber von Angesicht zu Angesichte.
Jetzt erkenne ich's stückweise,
Dann aber werd ich's erkennen,
Gleich wie ich erkennet bin.

Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe,
Diese drei;
Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen.

Mahler, Gustav (1860-1911)
    Ich atmet einen Lindenduft


I breathed a gentle fragrance!
In the room stood
a sprig of linden,
a gift
from a dear hand.
How lovely was the fragrance of linden!

How lovely is the fragrance of linden!
That twig of linden
you broke off so gently!
Softly I breathe in
the fragrance of linden,
the gentle fragrance of love.

Ich atmet' einen linden Duft!
Im Zimmer stand
Ein Zweig der Linde,
Ein Angebinde
Von lieber Hand.
Wie lieblich war der Lindenduft!

Wie lieblich ist der Lindenduft!
Das Lindenreis
Brachst du gelinde!
Ich atme leis
Im Duft der Linde
Der Liebe linden Duft.

Ich bin die Welt abhanden gekommen

I am lost to the world
with which I used to waste so much time,
It has heard nothing from me for so long
that it may very well believe that I am dead!

It is of no consequence to me
Whether it thinks me dead;
I cannot deny it,
for I really am dead to the world.

I am dead to the world's tumult,
And I rest in a quiet realm!
I live alone in my heaven,
In my love and in my song.

Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange von mir nichts vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben.

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh' in einem stillen Gebiet.
Ich leb' allein in mir und meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied.


Translation copyright © by Emily Ezust,
from the LiederNet Archive --

Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
Silent Noon

Your hands lie open in the long fresh grass, -- 
The finger-points look through like rosy blooms: 
Your eyes smile peace. The pasture gleams and glooms
'Neath billowing skies that scatter and amass. 
All round our nest, far as the eye can pass, 
Are golden kingcup-fields with silver edge
Where the cow-parsley skirts the hawthorn-hedge. 
'Tis visible silence, still as the hour-glass.

Deep in the sun-searched growths the dragon-fly
Hangs like a blue thread loosened from the sky: -- 
So this wing'd hour is dropt to us from above. 
Oh! clasp we to our hearts, for deathless dower, 
This close-companioned inarticulate hour
When twofold silence was the song of love.


Benjamin Britten (1913-1976)
Down by the Salley Gardens

Down by the salley gardens my love and I did meet;
She passed the salley gardens with little snow-white feet.
She bid me take love easy, as the leaves grow on the tree;
But I, being young and foolish, with her would not agree.
In a field by the river my love and I did stand,
And on my leaning shoulder she laid her snow-white hand.
She bid me take life easy, as the grass grows on the weirs;
But I was young and foolish, and now am full of tears.

Ned Rorem (b. 1923)

The element of air was out of hand,
The rush of wind ripped off the tender leaves
And flung them in confusion on the land.
We waited for the first rain in the eaves.
The chaos grew as hour by hour the light decreased
Beneath an undivided sky.
Our pupils widened with unnatural night.
But still the roads and dusty field kept dry.
The rain stayed in its cloud, full dark came near.
The wind lay motionless in the long grass.
The veins within our hands betrayed our fear.
What we had hoped for had not come to pass.